Paten können sich zur Taufe an 50 bis 100 Euro orientieren, Großeltern an 60 bis 150 Euro, Freunde, Kollegen und Nachbarn an 10 bis 30 Euro. Wie viel Geld zur Taufe passt, hängt außerdem davon ab, wie nah Sie der Familie stehen und was Ihr Budget erlaubt. Eine Pflicht gibt es nicht, auch nicht für Paten. Auch ein kleinerer Betrag mit einer persönlichen Karte ist in Ordnung.
Beträge nach Rolle und Nähe: die Übersicht
Die Spannen stammen aus unserem Rechner für das Geldgeschenk zur Taufe und sind Erfahrungswerte der Redaktion, keine Umfrage. Region, Familie und eigener Geldbeutel verschieben sie. Stehen Sie den Eltern sehr nah, rechnet der Rechner mit einem knappen Drittel mehr, bei einer eher lockeren Beziehung mit einem Fünftel weniger.
| Ihre Rolle | eher locker | normale Nähe | sehr eng |
|---|---|---|---|
| Taufpate, Taufpatin | 40–80 € | 50–100 € | 65–130 € |
| Großeltern | 50–120 € | 60–150 € | 80–195 € |
| Onkel, Tante | 30–70 € | 40–90 € | 50–115 € |
| Cousin, Cousine | 15–40 € | 20–50 € | 25–65 € |
| Freunde der Familie | 10–25 € | 15–30 € | 20–40 € |
| Kollegen, Nachbarn | 10–15 € | 10–20 € | 15–25 € |
Lesen Sie die Tabelle von Ihrer Zeile aus und entscheiden Sie dann nach Gefühl. Liegt Ihr Wunschbetrag darüber, ist das genauso in Ordnung wie ein Betrag am unteren Rand. Die Spalte „sehr eng“ meint etwa die beste Freundin der Mutter oder den Bruder, der fast jede Woche zu Besuch ist.
Die drei häufigsten Rollen auf einen Blick, bei normaler Nähe zur Familie.
Ein Umschlag mit Geld ist bei Taufen verbreitet. Der Taufbegleiter von evangelisch.de beschreibt, dass viele Taufgäste den Eltern Geld für den Täufling zustecken. Eltern können damit kaufen, was im ersten Jahr fehlt, oder einen Teil zurücklegen.
Taufpaten: Geld, etwas Bleibendes oder beides
Paten übernehmen bei der Taufe den Auftrag, das Kind zusammen mit den Eltern im Glauben zu begleiten. Eine finanzielle Pflicht folgt daraus nicht. Laut evangelisch.de begründet das Patenamt keine Betreuungspflichten, alles daran geschieht freiwillig. Auf die Frage, ob Paten teure Geschenke machen müssen, antwortet derselbe Beitrag mit Nein und rät, die Erwartungen mit den Eltern zu besprechen.
Ein Weg ist, das Budget aufzuteilen. Ein Teil geht als Geld in die Karte, der andere in ein Geschenk mit Erinnerungswert, etwa Taufschmuck mit Gravur oder eine Kinderbibel. Der Taufbegleiter nennt eine altersgerechte Kinderbibel sogar als naheliegendes erstes Patengeschenk, weil sie zum Auftrag des Amts passt. Außerdem schlägt er vor, den Eltern die Taufkerze oder die Kleidung für den Tauftag abzunehmen, denn sie haben für die Feier einiges zu bezahlen.
Bedenken Sie auch, dass die Taufe der Anfang ist. Für Paten folgen weitere Anlässe zum Schenken, typisch sind diese.
- Geburtstag und Weihnachten
- Einschulung
- Erstkommunion und Firmung oder die Konfirmation
Aus evangelischer Sicht endet das Patenamt mit der Konfirmation, für viele bleibt die Beziehung zum Patenkind aber lebenslang besonders. Ein sehr hoher Taufbetrag setzt deshalb einen Maßstab für viele Jahre. Ideen, die zu dieser langen Begleitung passen, sammelt die Seite zu Geschenken vom Taufpaten.
Meist hat ein Kind zwei Paten. Dann lohnt ein kurzes Gespräch vor der Taufe. Ähnliche Beträge ersparen den Eltern einen Vergleich, den keiner will. Manche Patenpaare legen zusammen und schenken etwas Größeres, etwa eine Kette mit Anhänger, und jeder schreibt seine eigene Karte dazu.
Großeltern: die höchste Spanne
In der Tabelle haben Großeltern die höchste Spanne. Wer als Oma oder Opa mehr geben möchte, kann das Geld langfristig für das Enkelkind anlegen. Ein Sparbuch auf den Namen des Kindes ist dafür der Klassiker. Sprechen Sie vorher mit den Eltern, ob schon jemand ein Konto eröffnet hat, damit nicht drei Sparbücher nebeneinander laufen.
Ein hoher Betrag muss nicht als Bargeld auf den Gabentisch. Sie können bei der Feier eine Karte mit einem kleinen Schein überreichen und den größeren Teil direkt auf das Konto überweisen. Weitere Anregungen für Oma und Opa finden Sie unter Taufgeschenke von Großeltern.
Gibt es zwei Großelternpaare, hilft eine Absprache auch untereinander. Nicht jede Familie kann gleich viel geben, und das Kind merkt davon nichts. Wer weniger beitragen kann, schenkt etwas aus der eigenen Familiengeschichte, etwa ein altes Kinderbuch oder ein Taufkleid, das schon bei den Eltern im Einsatz war.
Onkel, Tante, Freunde und Kollegen
Für die erweiterte Familie gilt die Tabelle oben als grobe Leitlinie. Tante und Onkel liegen meist zwischen Paten und Freunden. Sind sie zugleich Paten, zählt die Patenrolle, ein doppelter Betrag ist nicht üblich.
Cousins und Cousinen, die noch zur Schule gehen oder studieren, schenken meist weniger oder legen mit den Geschwistern zusammen. Von einem Sechzehnjährigen erwartet niemand den Betrag einer berufstätigen Tante.
Freunde der Familie, die zur Feier eingeladen sind, fragen sich oft, ob sie das Essen „mitbezahlen” müssen. Bei einer Taufe ist das keine Erwartung. Die Eltern laden ein, weil sie den Tag teilen wollen, und 15 bis 30 Euro mit einer persönlichen Karte sind ein angemessenes Geschenk. Weitere Ideen für eingeladene Gäste einer Taufe zeigen auch kleine Sachgeschenke.
Unter Kollegen und Nachbarn bietet sich ein gemeinsames Geschenk an. Fünf Personen mit je 10 Euro ergeben einen Betrag, für den sich schon ein bleibendes Geschenk lohnt, etwa eine Spardose mit Namen.
Sonderfälle: Paare, Zwillinge, Erwachsenentaufe
Manche Konstellationen passen in keine Tabellenzeile. Für die häufigsten gilt meist Folgendes.
- Paare schenken gemeinsam aus einem Umschlag. Der Betrag liegt etwas über dem eines Einzelgasts, verdoppelt wird er nicht.
- Eigene Kinder als Begleitung zählen nicht extra. Sie können ein kleines selbst gemaltes Bild beilegen.
- Bei Zwillingen bekommt jedes Kind seinen Teil, oft etwas weniger als bei einer Einzeltaufe. Getrennte Umschläge mit den Namen beider Kinder wirken aufmerksamer. Passende Ideen sammelt die Seite zu Taufgeschenken für Zwillinge.
- Bei einer Erwachsenentaufe passt ein Geschenk mit Bedeutung für den Glauben oder den Tag oft besser als Bargeld. Vorschläge stehen unter Taufgeschenke für Erwachsene.
- Wer knapp bei Kasse ist, schenkt weniger oder schenkt Zeit, etwa einen Abend Babysitting. Ein günstiges Taufgeschenk mit Karte ist kein Fauxpas.
Ein Betrag mit Bezug zum Kind
Ein Betrag kann auch eine Geschichte erzählen. Manche Gäste nehmen das Taufdatum, am 27.10. werden daraus 27,10 Euro. Andere nehmen das Geburtsgewicht, 3.450 Gramm werden dann zu 34,50 Euro.
Auch die Verpackung bleibt in Erinnerung. Neue Scheine lassen sich sauber zu Herz, Fächer oder Hemd falten, und eine Box oder ein Bilderrahmen bleibt nach der Feier stehen. Ideen zum Verpacken finden Sie beim Geldgeschenk zur Taufe, was es sonst zu schenken gibt, im Überblick Was schenkt man zur Taufe?.
Übergabe: wann und an wen
Während des Gottesdienstes haben die Eltern die Hände voll. Überreichen Sie den Umschlag deshalb bei der Feier danach, am besten beim Ankommen, wenn die Eltern die Gäste begrüßen. Gibt es einen Gabentisch, legen Sie ihn dort ab. Auf den Umschlag gehören drei Angaben, damit später klar ist, von wem er kommt und wofür.
- Ihr Name, bei Paaren beide Namen
- der Name des Kindes
- auf Wunsch ein Zweck, etwa „für das Sparbuch“
Den Umschlag nehmen erst einmal die Eltern entgegen. Sie entscheiden, ob das Geld für Anschaffungen gebraucht oder angelegt wird. Wer möchte, dass es sicher beim Kind ankommt, nennt den Zweck auf der Karte oder zahlt direkt auf ein Konto des Kindes ein. Wer nicht zur Feier kommen kann, schickt eine Karte per Post und überweist den Betrag.
Steuer: Taufgeld bleibt in aller Regel frei
Steuern spielen bei Taufgeld fast nie eine Rolle. Das Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz stellt die üblichen Gelegenheitsgeschenke nach § 13 ErbStG steuerfrei. Was „üblich“ ist, legt das Gesetz nicht in Euro fest. Die Beträge aus der Tabelle oben liegen aber weit unter den persönlichen Freibeträgen, die für alle anderen Schenkungen gelten.
Größere Summen, etwa ein Startguthaben für ein Sparbuch, laufen über die persönlichen Freibeträge. Wie hoch sie sind, richtet sich nach der Steuerklasse. Enkel gehören nach § 15 ErbStG zur Steuerklasse I, Nichten und Neffen zur Steuerklasse II, Paten ohne Verwandtschaft zur Steuerklasse III. Die Höhe der Freibeträge legt § 16 ErbStG fest.
Für Großeltern, die regelmäßig einzahlen, ist eine Regel wichtig. Nach § 14 ErbStG werden alle Schenkungen derselben Person innerhalb von zehn Jahren zusammengerechnet. Selbst dann bleibt ein Taufgeschenk weit unter den Grenzen. Das ist keine Steuerberatung, bei sehr hohen Beträgen klären Sie die Einzelheiten mit einer Fachperson.
| Wer schenkt | Steuerklasse | Freibetrag in zehn Jahren |
|---|---|---|
| Großeltern an das Enkelkind | I | 200.000 € |
| Onkel oder Tante an Nichte oder Neffe | II | 20.000 € |
| Taufpate ohne Verwandtschaft, Freunde | III | 20.000 € |

