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Katholische Taufe: Bedeutung, Voraussetzungen & Hintergründe

Die katholische Taufe ist ein christlicher Ritus, der meist mit der Familie gestaltet wird. Doch was genau geschieht eigentlich bei einem solchen Anlass? Und was müssen Sie beachten, wenn Sie Ihr Kind taufen lassen wollen?

Diese und weitere Fragen werden im Folgenden beantwortet!

Katholische Kirche

Was bedeutet die Taufe im katholischen Glauben?

Die Taufe gilt im katholischen Glauben als der Moment, in dem ein neuer Mensch in die Glaubensgemeinschaft eintritt. Eltern, die ihr Kind taufen lassen, beginnen damit ihre Erziehung im katholischen Glauben. Die Taufe ist somit das grundlegende Sakrament und stellt ein Realsymbol dar als Zeichen für die unauflösbare Gemeinschaft mit Jesus Christus. Dieser nimmt die Erbsünde von dem Kind.

Ursprung dieses Glaubens ist die Taufe Jesus Christus durch Johannes den Täufer im Jordan. Für das Spenden des Sakramentes ist ein Priester verantwortlich. Auch ein Diakon kann diese Aufgabe übernehmen. Dieser spricht beim Taufvorgang die Formel „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Die Taufe ist eins der drei Initiationssakramente der katholischen Kirche. Zu diesen Einführungssakramenten zählen außerdem die Erstkommunion und die Firmung. Pro Jahr werden deutschlandweit etwa 165.000 Menschen im katholischen Glauben getauft.

Wie läuft eine katholische Taufe ab?

Eine Taufe lässt sich in drei Phasen einteilen.

  1. In der ersten Phase wird die Feier eröffnet. Der Pfarrer begrüßt die Eltern und den Täufling an der Kirchentür. Außerdem steht ein Gespräch mit Eltern und den Taufpaten auf dem Plan, bevor man zusammen in die Kirche einzieht. Daran schließt eine Grußformel mit dem Kreuzzeichen an. Es folgen ein Gebet und ein Gesang.
  2. Der Wortgottesdienst bildet den zweiten Teil der Feier. Zuerst wird ein außerbiblischer Text vorgetragen, danach liest der Geistliche eine Passage aus der Bibel vor. Es folgen eine Predigt und die Fürbitten, in denen es um Bitten für das Kind geht. Bevor die dritte Phase der Feier beginnt, sprechen die Eltern als Vertreter für das Kind das Glaubensbekenntnis.
  3. Das zentrale Element der Feier stellt die dritte Phase dar. Nun erhält der Täufling das Sakrament der Taufe. Zunächst wird der biblische Taufbefehl vorgetragen. Danach haben die Eltern die Möglichkeit, eine persönliche Erklärung vorzulesen. Der Geistliche weiht das Wasser und überschüttet damit den Kopf des Babys. Das geschieht dreimal, entsprechend der katholischen Dreieinigkeit. Dabei nennt der Geistliche auch den Namen des Kindes.

Außerdem sind die fünf erklärenden Riten bei der Zeremonie wichtig:

  • die Salbung,
  • das Kreuzzeichen,
  • die Taufkerze,
  • das Taufkleid und
  • das Berühren von Mund und Ohren (Effata-Ritus).

Der Segen schließt die Feier ab.

Wann wird getauft?

In den meisten Fällen lassen Eltern ihr Kind kurz nach der Geburt taufen. Somit treten viele Menschen schon als Baby in die Glaubensgemeinschaft ein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich als Erwachsener taufen zu lassen.

Erwachsene Täuflingen empfangen gleichzeitig mit der Taufe auch die anderen beiden Einführungssakramente. In den meisten Fällen wird diese Zeremonie in der feierlichen Osternacht durchgeführt. Für erwachsene Täuflinge ist eine Vorbereitung auf die Taufe nötig, das Katechumenat. Pro Jahr werden in Deutschland in etwa 3.000 Menschen, die älter als 14 Jahre sind, getauft. Sogar 6.500 Täuflinge sind es in der Altersspanne zwischen sieben und 14.

  • Die Kindertaufe erfolgt, wie es der Name schon sagt, im Kindesalter. Dabei versprechen die Eltern bzw. der Taufpate eine christliche Erziehung des Kindes und bekennen sich zum christlichen Glaube und zu Jesus Christus.
  • Bei der Gläubigertaufe werden gläubige Erwachsene getauft und bekennen sich selbst öffentlich zu Jesus Christus. Es gibt auch einige taufgesinnte Kirchen, in dieses wird nur die Gläubigerkaufe praktiziert. Kindertaufen werden in solchen Kirchen nicht durchgeführt, jedoch kann ein Gläubiger seine Kindertaufe dort noch einmal „auffrischen“ und seinen Glauben öffentlich bekennen, dann wird die Taufe anerkannt.

Welche Dokumente sind für die Taufe notwendig?

Für eine rechtsgültige Taufe benötigen Sie mehrere Dokumente. So bringen Sie zur Anmeldung der Taufe das Familienstammbuch mit. Außerdem ist die Geburtsurkunde des Kindes nötig. Des Weiteren werden Daten zu den Paten für die Taufe gefordert. Hier sind der Name und die Adresse der Taufpaten wichtig.

Das gilt allerdings nur, wenn die Paten aus der Gemeinde kommen, in der das Kind getauft wird. Stammen Sie aus einer anderen Gemeinde oder sind sie in einem anderen Ort zu Hause, dann sind darüber hinaus noch weitere Dokumente vorzulegen. In diesem Fall bringen Sie auch eine Bescheinigung über eine Mitgliedschaft in der katholischen Kirche mit. Denn ohne eine solche Mitgliedschaft ist es nicht möglich, Taufpate zu werden.

Die Taufpaten wenden sich dafür am besten direkt an das Pfarramt ihrer Gemeinde. In dieser wird ihnen eine Patenbescheinigung ausgestellt, die dann der Taufgemeinde vorgelegt werden kann.

Um die Taufe anzumelden, gehen Sie in Ihr zuständiges Pfarrbüro. Über das Büro wird der Kontakt zum Pfarrer hergestellt. Hier können Sie auch verschiedene Fragen klären, die sich bezüglich des Ablaufs, des Termins und des zeitlichen Rahmens ergeben.

Beliebte Taufsprüche

Taufsprüche machen es möglich, die Taufe ganz individuell zu gestalten. Sie lassen sich für den Wortgottesdienst verwenden oder auch als Fürbitten vortragen. So können Sie zum Beispiel einen beliebten Bibelvers oder andere Texte zur Taufe heranziehen:

  • „Gott spricht: Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht. Er soll dich auf dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe.“ (aus dem zweiten Buch Moses, Exodus 23,20).
  • Auch der Spruch „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich bei deinem Namen gerufen: Du bist mein.“ (aus Jesaja 43,1) ist für die Taufe sehr beliebt.
  • Als Klassiker gilt „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (aus Johannes 8,12).

Welche Konfession müssen die Eltern habe?

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass jedes Kind ein Recht auf eine Taufe hat. Also kann auch ein Kind getauft werden, dessen Eltern konfessionslos sind. Allerdings knüpft der Pfarrer die Taufe in diesem Fall meist an unterschiedliche Bedingungen.

Außerdem ist es durchaus üblich, dass Paare in Verbindung mit der Taufe eine kirchliche Trauung durchführen. In manchen Teilen Deutschlands hat sich für eine solche kombinierte Feierlichkeit der Begriff der Traufe etabliert. Diese Feiern werden häufig in großem Rahmen begangen. Sie stellen eine Feier für die ganze Familie dar, wohingegen Taufen mitunter in kleinerem Rahmen zelebriert werden.

Sollten beide Elternteile zwar in einer Glaubensgemeinschaft sein, aber nicht in derselben, müssen sie sich für das Kind für die katholische oder die evangelische Kirche entscheiden. Eine ökumenische Taufe ist nicht möglich.

Welche Glaubensrichtung Sie wählen ist abhängig davon, welcher Elternteil dem Kind seine Glaubensinhalte besser vermitteln kann. Wer soll sich um die religiöse Erziehung kümmern und wer ist selbst stärker im Gauben verwurzelt? Sollten Sie nicht direkt eine Antwort finden, holen Sie den Rat der jeweiligen Pfarrer ein.

Gut zu wissen: In beiden Konfessionen werden die Taufen gegenseitig anerkennt. Bei einem Konfessionswechsel zu einem späteren Zeitpunkt ist demnach keine Neutaufe nötig.

Wer kann Taufpate werden?

Grundsätzlich ist mindestens ein Taufpate nötig. Mehr als zwei Paten sind wiederum nicht zulässig. Taufpate werden kann jeder Mensch, der selbst katholisch getauft ist. Die Taufpaten müssen mindestens 16 Jahre alt sein. Die Eltern des Kindes können nicht Taufpaten sein.

Zudem können Sie noch weitere Wegbegleiter für Ihr Kind festlegen. Dabei handelt es sich um die Taufzeugen. Hier können Sie auch evangelisch getaufte Christen auswählen.

Was bedeutet Sakrament?

Ein Sakrament ist ein Ritus aus dem christlichen Glauben. Hier soll durch ein sichtbares Zeichen oder eine Handlung eine unsichtbare Wirklichkeit Gottes dargestellt werden.

Der Empfänger des Sakraments kann an dieser Wirklichkeit teilhaben. Dabei geht die Bezeichnung auf das Wort „sacramentum“ zurück. Diese stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie „Zeichen des Heils“ oder „Weg des Heils“.

Im katholischen Glauben gibt es insgesamt sieben Sakramente. Das sind neben der Taufe auch

  • die Eucharistie,
  • die Firmung,
  • die Eheschließung,
  • die Buße,
  • die Weihe zum Diakon, Priester oder Bischof sowie
  • die Krankensalbung.

Das Empfangen der Sakramente setzt den katholischen Glauben voraus. Außerdem soll jedes Sakrament den Glauben fördern und bestärken. Jedes der genannten Sakramente vereint ein äußeres Zeichen mit einem inneren. Zudem sind alle Sakramente der katholischen Kirche auf Jesus Christus zurückzuführen. Jesus Christus bildet also das Ursakrament des Glaubens.

Die Taufe, die Firmung und die Weihe gelten innerhalb der verschiedenen Sakramente sogar als unauslösliche Merkmale: Sie lassen sich nur einmal empfangen und können auch später nicht abgelegt werden. Damit die Sakramente gültig sind, ist wichtig, dass die Empfänger sich an dem Recht der Kirche und der Tradition orientieren.

Neben den bekannten Sakramenten gibt es außerdem die Sakramentalien. Dazu zählen zum Beispiel

  • das Aschekreuz an Aschermittwoch,
  • Speisensegnung und
  • Kirchenweihen.

Symbole der Taufe

  • Bei der Taufe kommen verschiedene Symbole zum Tragen. So steht das Taufwasser beispielsweise für eine Reinigung des Kindes und die Befreiung von der Erbsünde. Das dreifache Begießen mit Wasser steht symbolhaft für die Trinität Gottes.
  • Die Taufkerze symbolisiert das Licht Gottes, das durch die Taufe in das Leben des Kindes tritt und es auf seinem Lebensweg begleiten wird. Häufig wird die Taufkerze von den Eltern aufbewahrt und kommt bei der Erstkommunion und Firmung des Kindes wieder zum Einsatz.

Somit wird eine Brücke zwischen Taufe, Erstkommunion und Firmung geschlagen, wodurch symbolisiert wird, dass der Glaube den gesamten Lebensweg des Kindes prägt. Das Chrisam erinnert durch seinen Namen an die Verbindung zu Christus und salbt das Kind in dessen Namen. Das Taufkleid steht für die Reinheit, die das Kind durch die Taufe erfahren hat. Es ist von der Erbsünde befreit und kann schuldlos in der Gemeinschaft der Christen willkommen geheißen werden. Die katholische Taufe stellt damit den Eintritt in die Glaubensgemeinschaft dar.

Unterschiede zwischen evangelischer und katholischer Taufe?

Zunächst einmal weisen beide Zeremonien zahlreiche Ähnlichkeiten auf. So ist bei beiden Feiern der Taufspruch und das Übergießen mit geweihtem Wasser das zentrale Elemente.

Allerdings gibt es auch Unterschiede. Diese bemerkt man unter anderem in der Ausgestaltung sowie in der Atmosphäre. Zudem fehlen bei der evangelischen Taufe ein paar Elemente, die bei der katholischen Taufe Anwendung finden.

Der Ursprung der Taufe ist in der katholischen Kirche zu finden. Daher gibt es hier einige Abläufe und Riten, die bei einer Taufe mit evangelischer Konfession weggelassen werden.

  • Auffällig ist unter anderem, dass der Geistliche bei einer evangelische Taufe kein Kreuzzeichen auf die Stirn des Täuflings zeichnet.
  • Im katholischen Glauben wird zudem der Effata-Ritus durchgeführt. Damit stimmt der Geistliche den Täufling darauf ein, sowohl gut zuzuhören als auch selbst Berater zu sein.
  • Auch Chrisamöl bei der Salbung wird nur in der katholischen Kirche verwendet.

Durch diese Elemente wirkt die katholische Taufe besonders feierlich. Die Symbole haben eine beeindruckende Wirkung auf die Gäste. Außerdem machen sich die Besucher einer solchen Taufe festlich schick. Das neue Mitglied der Gemeinde trägt ein besonderes Taufkleid.

Bei der evangelischen Taufe hingegen geht es viel freier zu. Ein Taufkleid ist nicht unbedingt nötig. Zudem gibt es keine Salbung. Grund dafür sind die Abspaltung von der katholischen Kirche und das Loslösen von derartigen Bräuchen. Allerdings wird bei einer evangelischen Taufe auch ein gemeinsamer Gottesdienst abgehalten.


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